Tagebuch B-Wurf

Dienstag, 03. Oktober 2017: Feiertag in Deutschland. Jóra hat ihren ersten Wurf bereits nach 59 Tagen bekommen, wo doch 63 üblich sind. Warum sollte es beim zweiten anders sein? Das wäre heute. Doch während sie damals bereits abends zuvor begonnen hatte, an verschiedenen Stellen im Haus und versteckt im Gelände einen Nestbau anzulegen, tut sie dies erst jetzt früh am Morgen. Hunger hat sie keinen und sie rennt herum wie Falschgeld. Es scheint die Eröffnungsphase zu beginnen und irgendwann lassen wir sie nur noch an der Leine heraus.

Schließlich verkrümmelt sie sich in die Welpenkiste neben meinem Bett und spätnachmittags tritt vorübergehend Ruhe ein. Um 23.30 Uhr werden die Wehen deutlich wahrnehmbar in Schüben von etwa 10 Stück. Es wird Mittwoch, der 04. Oktober 2017 und nach Mitternacht werden die Wehen stärker. Gegen 2 Uhr kommen sie ohne Unterbrechung, aber nichts passiert. Sicherheitshalber schalten wir unseren tierärztlichen Notdienst ein und unterstützen sie gemeinsam bei der Geburt des ersten Welpen.

2:45 Uhr – Rüde 1 ist geboren

Rüde 1 – dunkel

Da kam er nun mit seiner Fruchtblase und den Hinterläufen zuerst auf diese Welt und wir halfen Jóra, ihn auszupacken. Ziemlich dunkel ist er, vermutlich rot. Dazu ein noch schwarzes Gesicht, dunkle Ohren, weiße Zehen, eine weiße Schwanzspitze und wie der Vater weiße Abzeichen auf dem Bauch sowie einen zentralen weißen Flecken im Nacken. 335 g, das ist deutlich mehr als der Erstgeborene im A-Wurf – nicht schlecht! Und winzige doppelte Afterkrallen. Frau Doktor trocknete kräftig mit ab und bald war die Milchbar eröffnet. Ungezählte Male durchforstete der junge Mann während der Geburt die Zitzenwelt und garantiert lag er immer dann zwischen den Hinterläufen der Mama, wenn gerade ein Geschwisterchen das Licht der Welt erblicken wollte.

Nach 30 Minuten war der nächste zu erwarten. Das hatte beim ersten Mal nicht geklappt und wir waren vorgewarnt. Aber dieses Mal.:

3:15 Uhr – ein Mädchen

Mädchen

Als zweites ein Mädchen, das war wie beim A-Wurf. Da lag sie da, viel schneller als erwartet. Und noch ein Hauch dunkler mit einem schönen weißes Lätzchen. Doni hatte schon einen Schwarzen erzeugt, es konnte also sein. 304 g – ähnlich schwer wie Atla, eine schmucke Dirn, weiße Pfötchen, doppelte Afterkrallen und eine winzige weiße Schwanzspitze, die irgendwann verschwinden wird. Reichlich abgeleckt, halfen wir ihr, sich in dem Zitzengewirr zurecht zu finden. Erst wirkte sie ganz ruhig und dann schnappte sie fest entschlossen zu.

Photo: Susanna Hanzal-Bayer

Wie würde es weitergehen? Jóras Körper hatte durchaus noch Übergröße. 4 sollten laut Ultraschall möglich sein.

3:45 Uhr – Rüde 2

Und es fluppte weiter, die Fruchtblase trat hervor und wieder die Hinterpfötchen zuerst. Dieses Mal kam ein heller Rotton zum Vorschein, mit weißer Brust und Unterbauch und weißen Stiefeln vorne, einen schmalen weißen Streifen im Nacken sowie einer weißen Schwanzspitze und wie üblich den schwarzen Öhrchen und doppelten Afterkrallen. 362 g – ein „richtiger Oschi“. Rausflutschen und saufen war für ihn eins.

Rüde hell – Welpe 3

Geht noch einer oder soll es das dann gewesen sein. Es dauerte und dauerte und wir hatten uns schon mit dreien zufrieden gegeben. Aber leider ging es dann auch einmal schief, denn gegen 6:15 kam ein totes Mädchen zum Vorschein, 324 g schwer und von graziler mittelroter Schönheit. Wir erstarrten in Trauer und nach kurzer Ruhe ging es in den gewohnten Alltag. Aber Jóra hatte noch eine unglaubliche Überraschung für uns in petto. Den ganzen Vormittag schlief sie und wirkte matt. Einiger Ausfluss machte das Erscheinungsbild nicht besser und wir entschlossen uns, sie nicht aus den Augen zu lassen. Gegen Nachmittag wirkte sie dann wie verwandelt. Sie blickte frisch aus der Wäsche und mit warmem, frischen Geflügelfleisch und Reis gelang eine erste Mahlzeit. Beruhigt schlief ich abends fast zufrieden vor dem Fernseher ein. Irgendwann ging die Haustür und ein Hund war wieder mal in den Garten gelaufen. Aber plötzlich auf dem Flur ein lautes Gequietsche. Was war da los?

23:15 Uhr – Rüde 3

17 Stunden war die letzte Geburt jetzt her, als da plötzlich ein Welpe im Hausflur lag, ummuttert von Jóra. Was hast Du denn vor? fragte ich Jóra. Willst Du umziehen? Aber der Welpe war ja ganz feucht, wie konnte das denn passieren? Ich lief zur Kiste und dort lagen ruhig und zufrieden unsere 3 Welpen. Unfassbar, das konnte nicht sein. Ute!!!!!!! No. 4 war geboren, wo auch immer. Er lebte und brachte mit 373 g das Topgewicht auf die Waage. Er gleicht seinem hellen Bruder aufs Haar, nur dass der eine Stiefel vorne und das Abzeichen im Nacken verrutscht sind. Wie alle anderen, verfügt auch er über doppelte Afterkrallen.

Rüde 3, der Nachzügler, Welpe 4

1 Tag später – 05. Oktoberl 2017

Wir sind immer noch sprachlos. Nach vielen Gesprächen sind die Welpen alle vergeben und da das Interesse an Rüden dieses Mal größer war, danken wir Jóra aufrichtig: Geliefert wie bestellt!

Mutter und Welpen sind wohlauf. Ein kleiner Junge bekommt schon einen Namen. Er sol aufl Nordic Gold Baldur (gesprochen Baldür, „Liebling der Götter“) getauft werden.

Für das Girlie ist als Namen Nordic Gold Blida („Wärme, Liebe, Zuneigung“, isländisch Blíða) angedacht und ein weiterer Junge soll Nordic Gold Bjarki („kleiner Bär“) heißen – ist aber alles noch im Fluß.

Tag 5 – 08. Oktober 2017

Alle vier wachsen gleichmäßig und prächtig. Sie liegen nur 80 g auseinander. Noch wird viel geschlafen. Das Nasenpigment ist bei allen bereits schwarz durchgefärbt. Auf dem Foto unten wird das Mädchen von den Jungs umlagert, die man leicht an den weißen Flecken im Bereich Nacken/Hals erkennen kann.

Jóras B-Wurf am 5. Tag

Tag 10 – 13. Oktober 2017

Langsam werden die Kleinen mobil und robben wie die Schildkröten durch die Welpenkiste. Heute war wieder Wiegetag. Alle haben sehr gut zugelegt. Sie sehen aus wie richtige Wuchtbrummer. Den besten Appetit zeigt unser Nachzügler, der ja von Anfang an der Größte war, in den letzten Tagen aber noch etwas mehr gewachsen ist als seine Geschwister. Während seine Brüder an die 800 g heranreichen (das Mädchen bleibt etwas darunter), bringt er schon 900 g auf die Waage. Die Faustzahl (Verdopplung des Geburtsgewichts nach 10 Tagen) wird von allen deutlich übertroffen. was für eine tolle Milchleistung der ständig bemühten Mutter spricht. Aufzucht und Entwicklung verlaufen bisher blendend.

Tag 11 – 14. Oktober 2017

Traumhaftes Wetter nach dem vielen Regen. Jóra hat die Arbeit (Spiel) mit den Pferden wieder aufgenommen. Sie ist noch schön rund, hat aber alles gut überstanden.

Tag 12 – 15. Oktober 2017

Hier ist der Beweis: Welpe 1 – der dunkle Rüde hat zum ersten Mal heute etwas vom Licht dieser Welt erblickt:

Das Mädchen (Welpe 2) beim Schönheitsschlaf:

Welpe 3 – der erste helle Rüde, ausgeleuchtet durch die warme Herbstsonne:

Und zum Abschluß des Fotoshootings unser Nachzügler, leicht gestützt. So sieht man auch etwas von der hellen Brust und Unterseite, die sie ja alle haben:

Tag 14 – 17. Oktober 2017

Die Äuglein öffnen sich weiter. In einigen aktiven Momenten rennen die Kleinen quer durch die ganze Wurfkiste. Die erste dreitägige Wurmkur hat begonnen und wird per Maulspritze wie die Milch auf die Zunge gegeben.

Tag 15 – 18. Oktober 2017

Alle Augen sind jetzt offen. Die Wurmkur haben sie alle in sich hineingeschlabbert. Bei Hunger rumort es schon ganz schön in der Kiste. Die Kleinen werden mobil.

Tag 19 – 22. Oktober 2017

Auch Mama Jóra wurde noch eine Wurmkur nachgeschoben. Aus den kleinen blinden und tauben “Maulwürfen” sind jetzt kleine Hunde geworden. Die ersten Gehversuche werden gestartet. Meistens hält der aufrechte Gang nun schon für ein paar tapsige Schritte bis sie schließlich doch wieder umfallen. Die Geschwisterchen dienen nicht mehr nur zum Warmhalten, sondern man kann sie unvermittelt anrempeln und mit ihnen spielen. Und die für Islandhunde nicht unwichtigen Stimmchen entwickeln sich auch nachhaltig.

Tag 21 – 24. Oktober 2017

Heute werden unsere vier B’s drei Wochen alt und sie haben schon ihre erste Portion körperwarmes Rinderhack verschlungen. Ihre Gewichtsentwicklung ist gut. Die Rüden liegen fast gleichauf bei etwa 1.600 g und das Mädchen gut 100 g darunter.

5 Wochen – 10. November 2017

Es geht allen gut. Mutter und Kinder (8.-10.11.2017) haben die zweite Wurmkur hinter sich. Die Rüden liegen bei 3 kg. Die Öhrchen steigen schon an und die Wurfkiste wird regelmäßig zu klein. Also geht es raus und Mama hat viel zu tun:

Nordic Gold Baldur, Nordic Gold Bjarki und Nordic Gold Benson, aber wer ist wer?

Der helle Rüde 1

und hier in eindeutig anstrengender Pose

wie auch der Nachzügler

Mama hats gesehn und macht reine

Rüde 1 – die Welt wartet auf mich

hier in den Farben, wie sie Mama in dem Alter hatte

und im Vollspeed

Nordic Gold Blida – ladylike, unsere Tollität – morgen ist der 11.11.

Mädchenliebe

6,5 Wochen – 18. November 2017

Nordic Gold Bjarki (W1)

Nordic Gold Benson (W3)

Nordic Gold Baldur (W4)

7 Wochen – 26. November 2017

Das Wetter ist herbstlich, der Hunger groß und die Haare wachsen. Carolin hat iihren kleinen Kuschelbär besucht und folgendes Foto geschossen:

9. Woche – 05. Dezember 2017

Muß ich wirklich morgen gehen?

Nordic Gold Blida, 9. Woche

Darf ich wenigstens meinen Knochen mitnehmen?

Bye, Süße, in dem oberbergischen Heilkurort gibt´s bestimmt noch viel schönere Knochen.

Aber wenigstens mein Stöckchen …